Wenn die Seele auf Wanderschaft geht
An mein inneres Kind
Meine kindliche Seele verschwand vor Jahren,
ging auf Wanderschaft zwischen zwei Welten,
versteckte sich in den Tiefen meines Kopfes.
Sie suchte das Vergessen und
fand es in dem Irrgarten,
der da zwischen der Ratio und der Irratio liegt.
Und sie wanderte immer tiefer hinab,
war aber nie ganz verschwunden.
Gab hier und das leise Zeichen von sich,
nahm mir Dinge ab,
die für mein große Seele zu viel gewesen wären.
Sie nahm soviel Schlimmes aus meinen Gedanken.
Und so füllte meine kindliche Seele in all den Jahren,
in denen ich nichts ahnend vor mich hin lebte,
seinen kleinen Rucksack mit so vielem.
Immer schwerer wurde ihm die Last,
und es waren Felsen, ja ganze Gebirge darunter,
die der Kleine da mit sich herumtrug.
Und es kam der Tag,
er musste kommen,
an dem die Last zu schwer war für ihn.
Langsam öffnete sie den Rucksack,
ließ kleine Steine heraus,
Stück für Stück.
Einmal geöffnet,
gab es kein Zurück mehr.
Stein um Stein folgte,
Felsen kamen zum Vorschein,
Gebirge der Gewalt fielen auf mich.
Das wahre Leben hatte mich eingeholt.
Meine kindliche Seele hat ihre Wanderung beendet,
ist zu mir zurückgekehrt,
jetzt weinen wir zusammen,
lachen zusammen und
umarmen uns endlich.
Jetzt erst gehen wir zusammen ins neue Leben.
31.8.2003
Sascha – Michael