Nun hatten wir unseren schönen Campingplatz und ich dachte Männe wäre jetzt super zufrieden.
Weit gefehlt.
Nun mochte Männe nicht mehr ach Hause und gab mir immer mehr zu verstehen das er doch gerne in der Nähe des Campingplatzes wohnen möchte.
Uff dachte ich bei mir nun das auch noch.
Als ich Damals so krank wurde wollte ich auch eine wohnliche Veränderung,da unsere Wohnung (5 Zimmer auf 2 Etagen)für mich zu gross war.
Da Männe aber seine Arbeit in der Nähe hatte wolte er es natürlich nicht.
Nun sollte es aber sein.
Unser behandelnde Arzt riet uns auch zu einer wohnlichen Änderung da Männe das Klima hier oben so gut bekommt.
Es fanden vorher noch Untersuchungen statt,Ct,Magenspiegelung usw. und es war auch soweit Alles im grünen Bereich.
Es darf bloss nicht wieder etwas dazu kommen(Metastasen),denn sie hatten Männe alles soweit geschnitten das eine erneute Op einfach nicht mehr möglich ist.
Also besorgten wir uns am Wochenende eine Zeitung aus der Reggion wo unser Campingwagen stand.
Wir fanden auch bald das Passende für uns.
Eine 2 Zimmerwohnung in Kappeln.
Ich rief bei der angegebenen Telefonnumer an und wir machten einen Besichtigungstermin aus.
Männe wollte am Tag der Besichtigung die Wohnung gar nicht erst ansehen da sie von aussen unscheinbar wirkte und in der Fussgängerzone von Kappeln lag.
Nun wollte ich mir aber die Wohnung trotztdem einmal ansehen.
Wir waren angenehm übberrascht,denn es war eine kleine süsse Wohnung.Sie gefielmir auf Anhieb und Männe auch.
Da aber noch andere Interessenten die Wohnung besichtigten wurde unsere Neugierde ob wir die Wohnung nun bekommen oder nicht auf eine harte Probe gestellt.
Wir mussten noch fast über 2 Wochen warten bis uns der Besitzer anrief und uns fragte ob wir die Wohnung haben wollten.
Wir sagten natürlich zu.
Da wir aber noch unsere Wohnung in Schönböken kündigten mussten haben wir den Einzugstermin auf den 01.12.2003 gelegt.
Mit unserer Vermieterin in Schönböken wurde Männe sich schnell einig und ein Nachmieter war auch schnell gefunden.
Somit hatten wir gerade 6 Wochen Zeit um unsere Wohnung zu entrümpeln.
Alles was wir nicht mitnehmen konnten haben wir dann den Kindern geschenkt.
Sie können mir glauben das wir uns diesen Stress nicht noch einmal antun würden.
18 Jahre hatten wir in der Wohnung gewohnt und es hate sich auch allerhand an Papiere und Krimskram angesammelt was dann auch noch entsorgt werden musste.
Aber auch das haben wir mit Hilfe unserer Kinder und Verwandschaft meines Männe geschafft.
Männe wollte einen klaren Schnitt,das Schlafzimmer musste neu ,Geschirr usw. auch.
Wir nahmen nur das Wohnzimmer und Elektrogeräte mit,das Andere wurde neu besorgt.
Zwischendurch fuhren wir dann in die neue Wohnung,die ca.100 Km entfernt lag,und brachten dort schon so einige Sachen,wie Blumen und Zeug hin.
Unser jüngster Sohn besorgte dan einen LKW und dann sollte es schon am 14.November losgehen.
Dank unserer Kinder und den Geschwistern meines Männes ging alles verhältnismässig schnell über die Bühne und wir zogen dann nach Kappel an die Schlei.
Wir fühlen uns hier Beide pudelwohl und haben uns eine kleine Puppenstube geschaffen.
Der Einzigste Wermutstropfen ist das unsere Kinder nun so weit weg wohnen.So bekommen wir unsere Enkelkinder nicht so oft zu sehen.
Wir lebten uns hier schnell ein und fühlen uns hier super wohl.
Unsere Kinder und Enkelkinder haben uns hier auch schon besucht,aber der Reihe nach,grins,denn um alle hier zu haben müsste ich die Kinder stapeln.
Es schien als wenn Männe gar nicht krank wäre so voll Tatendrang war er.Er hat Sachen gemacht die er sonst als er noch in Arbeit war nie gemacht hatte.
Es wurde gebastelt,gehämmert usw. er hatte richtig Freude daran unsere neue Wohnung zu verschönern.Ich nehme an das er sich auch so von seiner krankheit ablenkte.
Männe ging mit mir spazieren,was er sonst nie machte (er hatte immer Müdigkeit vorgetäuscht),er stöberte mit mir in den Geschäften herum und ging mit mir mehrmals fein Essen.
Manchmal ist es echt beängstigend,ich habe manchmal das Gefühl das er das Alles macht um nichts zu versäumen.
Da meine Internetfreundin Mannu erwähnte das wir sie doch einmal besuchen sollten,kam Männe auf die Idee sie am Nikolaus zu übberraschen.
Er kaufte schon die Fahrkarten,denn mit dem Auto wollte er nicht.Vorsichtshalber rief ich dann bei Mannuchen an,sie freute sich riesig.
Leider wurde es mit dem Nikolaustag nichts da Mannu arbeiten musste.Also verschoben wir es um eine Woche.
Am 12.Dezember war es dann soweit,wir fuhren mit dem Auto nach Schleswig zu meiner Schwägerin und Schwager,denn wir mussten ja unser Auto irgendwo lassen.
Wir tranken dann noch Kaffee und dann fuhren Heidi und Ihr Mann Wolfgang dann zum Bahnhof wo sie uns lieb verabschiedet haben.
Ein letztes Winken und der Zug setzte sich in Bewegung Richtung Oberhausen.
Am späten Nachmittag kamen wir denn in Oberhausen an wo Mannuchen uns schon mit ihrer kleinen Enkelin erwartete.
Wir waren 3 Tage bei Mannu und ihrem Männe.Es waren schöne und unvergessene Tage,leider viel zu kurz.
Das Weihnachtsfest war hier ruhig und sinnig.
Männe hatte den Tannenbaum schön geschmückt und ich habe seinen geliebten Kartoffelsalat gemacht.
Männe hat dazu Frikadellen gemacht.
Sylvester haben wir auch ruhig verbracht sind dann um Mitternacht an den Hafen gegangen um uns das Feuerwerk anzusehen.
Es war einfach traumhaft,aber sau kalt.
Inzwischen ist Männe zu 100% Erwerbsunfähig und bekommt auch Erwerbsunfähigkeitsrente.
Die ist so hoch das es zum Leben zuwenig und zum Sterben zuviel ist.
So ist bei uns nun Einschränkung angesagt,denn wir haben so viel im Leben gepackt,dann schaffen wir das auch noch.
Nun ist schon ein Jahr seid der Krebserkrankung Männes vergangen.Es waren Höhen und Tiefen,so das ich dachte ich schaffe es seelisch einfach nicht mehr.
Männe war zeitweise sehr verletzend und ungerecht so das ich manches Mal am liebsten meine Koffer gepackt hätte.
Mir selbst geht es zeitweise auch furchtbar dreckig doch es zählt nur Männes Krankheit.
Ich habe ihm alle seine Wünsche erfüllt,habe es auch gerne gemacht,doch manches Mal denke ich das hätte er ja auch für mich machen können als ich so krank wurde.
Na,ja ich will mich nicht beschweren,denn er ist auch für mich da und betüddelt mich die letzte Zeit wo er kann,grins.
Er bringt mir auch manches Mal eine kleine Überraschung mit,freu.
Im Moment geht es Männe nicht ganz so gut,ich wollte schon wieder den Notarzt holen da er starken Stuhlgang und Erbrechen hatte.
Er war käseweiss.Nun ist Männe auch noch erkältet.
Im nächsten Monat muss er auch wieder zu den grossen Untersuchungen,ich hoffe sehr das es alles noch im grünen Bereich ist.
Am 1.April fängt auch die Campingsaison wieder an so das Männe wieder Beschäftigung und Ablenkung hat.
Ich hoffe von ganzem Herzen das Männe noch lange bei mir bleibt.
Die Angst ist mein ständiger Begleiter.
© by Claudia Dreesmann