22.06.2004

Bin heute schon sehr zeitig aufgestanden und habe Männe fertig gemacht,die Wohnung ein bischen aufgeräumt usw. Um 7 Uhr sollte der Krankenwagen schon kommen,da wir schon um 9 Uhr 30 in der Klinik sein sollten. Wir sollen aber gleich auf die Station und die Anmeldung könne ich dann später machen. Natürlich verspätete sich der Krankenwagen,das ist meist so wenn man auf etwas wartet. Ich hasse die Warterei.Der Krankenwagen kam dann auch mit einiger Verspätung und sie betteten Männe auf der Trage. Im Krankenhaus angekommen gingen wir schnurstracks, nach einiger Fragerei, auf die Palliativ-Station. Ich wunderte mich ein bischen,denn es brannte in einer Niesche eine Kerze und die Station sah gar nicht wie eine normale Station aus. Wir wurden dann von 2 Schwestern liebevoll begrüsst und in unser Zimmer geführt und Männe erst einmal ins Bett. Männe wurde erst einmal versorgt und ich ging zur Anmeldung. Als ich zurück kam setzte ich mich erst einmal auf einen Sessel im Flur. Es kam eine Schwester und fragte mich ob ich wüsste was dies für eine Station sei,was ich natürlich verneinte. Sie meinte früher hiess es Sterbestation und fragte mich wie es denn weiter gehen solle. Ich meinte das man Männe so weit schmerzfrei machen solle und das ich ihn dann wieder mit nach Hause nehme,denn ich weiss Bescheid über seinen Zustand und ausserdem möchte Männe auch zu Hause sterben in seiner gewohnten Umgebung. Sagte ihr auch das ich Männe hier auch weiterhin versorgen werde,worüber sie sich sehr gefreud hat. Geglaubt hat die Schwester mir das bestimmt nicht,grins,denn sie wissen das ich auch so krank bin. Langsam wachsen mir aber Flügel....und ich über mich hinaus...
Mittags kam dann der Arzt und erklärte uns das er bei Männe einen Port(Katheder in der Schulter) legen würde damit er infusionsmässig ernährt werden kann. Zunächst aber wolle man das Männe vernünftig abführt,was gar nicht so einfach war,ausserdem bekam Männe auch erst einmal einige Infusionen. Ich half den Schwestern mit Männe so gut ich konnte so das sie wenig Arbeit mit Männe hatten.Telefon hatten wir gar nicht angemeldet,denn sonst hätten wir gar keine Ruhe gehabt.

23.06.2004

Die erste nacht verlief sehr gut und ich konnte das erste Mal mal wieder ein wenig schlafen,hach tat das gut. Um 6 Uhr stand ich dann auf und holte mir erst einmal einen Kaffee,die Schwestern hatten mir am Vortag alles noch gezeigt und das ich mich gerne bedienen dürfte, und ging dann eine schmöken. Dort traf ich dann auf unsere Thekla,eine ganz Liebe,die unser Zimmer sauber macht. Ich meinte sie solle mir ein bischen Putzzeug geben damit ich das Bad machen könne,so das sie sich nur um den Fussboden kümmern müsse. Sie schaute mich wie erwartet ungläubig an,aber ich meinte es wirklich ernst. Da Männe und ich immer alles in Ruhe machen,waschen usw.,wäre es für sie ja auch eine Erleichterung und für uns auch. Ich bekam mein Putzzeug,grins.... Wir schmökten dann noch zusammen eine,das wurde dann für uns zu einer lieben Gewohnheit, und dann musste ich mich wieder um Männe kümmern.

24.06.2004

Die Schwestern hier auf der Palliativ-Station sind sooo lieb,das ich auch hier von deren Pc einmal in meinen KK schauen darf. Wir sind hier auf der Pallativ-Station soooo liebevoll aufgenommen worden. Es war für mich allerdings ein grosser Schock als mir erklärt wurde das dies eine Sterbebegleitstation ist. Aber diese Schwestern und Ärzte versuchen alles mit viel Liebe das wir es noch schaffen Männes grössten Wunsch zu Hause zu sterben zu erfüllen. Morgen kommt zu uns ein Seelsorger..... als ich Männe das sagte konnte er gar nicht schlafen so das ich mit den Schwestern einen Trick anwandte und sagten Männe das der Seelsorger nicht kommen könnte. Ihm viel ein Stein vom Herzen. Doch wer mich kennt der weiss auch das dies Gespräch irgendwie stattfinden muss. Da die Pastorin zu einer anderen Patientin die auf dem Flur rauchte,ging,gesellte ich mich einfach einmal dazu,grins. Wir kamen super ins Gespräch und sie ist wirklich eine ganz liebe und herzliche Frau. Da Männe ja auch immer schmöken wollte hatte ich es dann einfach abgepasst das die Frau Pastorin auch da sass,hihi. Nun konnte Männe ja nicht mehr zurück. Sie fing dann auch über Sport anzuschnacken und Männe wurde immer freier so das sie dann auch über Männes Krankheit sprachen. Ich glaube Männe hat das Gespräch doch auch ganz gut getan.

28.06.2004

Männe hat Heute einen Port gesetzt bekommen und ich werde schon fleissig angelernt damit ich es zu Hause auch Alles richtig mache. Wenn Alles gut geht sind wir am Wochenende wieder zu Hause,freuuuuuu. Hier sind sie Alle furchtbar lieb und fürsorglich,ein super Team ,herzlich,menschlich und fürsorglich und ich gehöre schon dazu,grins,denn ich versorge Männe hier ganz alleine,ausser Spritzen geben usw. das machen natürlich die Schwestern, und helfe auch den Schwestern so gut es mir möglich ist. Es macht mir auch furchtbar viel Spass.... Männes Zustand ist aber leider unverändert nur das er sich auf zu Hause freud....

30.06.2004

..sind seid Heute Mittag wieder zu Hause,freuuuuuuuuuuuuuuuu. Gleich ging der Stress los,denn wir waren noch gar nicht ganz hier da kamen die Pakete von der Apotheke mit den Infusionen,Infusionsbesteck usw. Danach kam der Herr vom Pflegedienst um mit mir zu üben und mir noch einmal Alles zu zeigen....,damit ich es ja hier zu Hause machen kann. Habe mir natürlich mit der Nadel auch gleich in den Finger gestochen so aufgeregt war ich Dummerchen,grins. Bekam aber ein ganz grosses Lob von dem Herrn und er meinte noch das ich das packe,und das werde ich auch..... Es wird jetzt für mich eine der schwersten Zeiten denn Männe ist nun zum Sterben nach Hause gekommen. Habe aber die Palliativ-Station im Rücken wenn ich es gar nicht mehr packen sollte so können wir jeder Zeit wieder dort hin kommen. Das ist schon eine Beruhigung für mich. Ausserdem hatte ich mit einer Schwester dort ein ganz tolles Gespräch um zu erfahren was so auf mich zu kommen könnte. Sie war dann so lieb und hat mir ein Buch mitgegeben:

"Die letzten Tage und Wochen"

Eine Hilfe zur Begleitung.....

Werde es mir in Ruhe durchlesen und zwar so das Männe es nicht merkt. Ich hoffe das ich noch eine Zeit mit Männe verbringen darf....


© by Claudia Dreesmann
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